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Hospice, špitály a nemocnice v Karlových Varech

Boříková, Jana; Bořík, Otakar

 

ISBN 80-85853-73-6

296 Seiten

20,5 x 14,5 cm

11,00 EUR

Das Autorenpaar Jana und Otakar Borik hat eine gemeinsame Neigung. Sie, ursprünglich eine Lehrerin, und er, vor dem Ruhestand der Chefarzt der ORL Abteilung des Karlsbader Krankenhauses, sie beide interessieren sich zusammen für die Geschichte der Medizin und Pharmazie.

Jeder der beiden Autoren hat schon einige Fach- oder historische Publikationen herausgegeben. Beide teilen sich aber auch die enge Beziehung zu Karlsbad. Dies alles hat dieses Buch ergeben und so ist ein unwahrscheinlich sorgfältiges und mit Liebe verarbeitetes Werk entstanden, welches die Kuranlagen und Kureinrichtungen in Karlsbad von der Vergangenheit bis zur Gegenwart beschreibt. Die im Buch umfassenden Informationen kamen nicht nur aus erreichbaren Archivmaterialien, sondern auch aus Erzählungen von Augenzeugen eines großen Teils des letzten Jahrhunderts, von Ärzten und Angestellten der verschiedenen Krankenhäuser als Freunde der beiden Autoren.

Wir haben gesucht und nachgeforscht, wann die Kreuzherren mit dem roten Stern bei hiesigen warmen Quellen zum erstenmal erschienen sind. Es ist schwierig zu beweisen, daß sie als die Ersten die Heilkraft der Quellen entdeckt hatten. Vielleicht hatten schon die Heiden länger vor ihnen ihre Gottheiten Dryad und Naiad hier verehrt und bei hiesigen Quellen Hilfe gesucht. Den romantischen Legenden nach war es Karl IV., der die Quelle bei der Hirschjagd entdeckt hat. Obwohl diese Legende, die jeder Besucher Karlsbads bei der Stadbesichtigung lernt, schön und beliebt ist, bezeugen mehrere historische Auskunftsquellen etwas anderes.
Wir sind überzeugt, daß die Kreuzherren mit ihren Kenntnissen der Heilwirkungen von Mineralwässern und bei ihren Bemühungen, ein Spitalnetz für die Armen aufzubauen, die hiesigen heißen Quellen, die sich gerade zum Heilen aller Kranken angeboten hatten, nicht ohne Nutzen lassen konnten. Es bleibt nur die Frage offen, mit welchen Einrichtungen sie angefangen hatten zu bauen. Waren es nur ein gemeinsames Bad oder ein Spital oder Hospizen? Oder vielleicht auch Stätten für verseuchte Arme? Oder war es nur die Missiontätigkeit, die sie hier abgewickelt hatten? Diese Fragen warten immer noch auf die ganz eindeutige Antwort als Ergebnis der historischen oder archäologischen Forschungen.

Das Zitat aus der ersten Buchseiten bezeichnet wohl den Buchinhalt. Es geht um die Beschreibung nicht nur der medizinischen Geschichte, weil man in Karlsbad die Medizin nicht von der Kurpflege trennen kann. Was für eine Macht den Heilquellen zugesprochen wurde, das zeigt das folgende Fragment:

Die heißen im Karlsbader Gebiet sprudelnden Quellen bieten sich gerade dazu an, um die Schmerzen auch der Ärmsten zu mildern. Dem Wasser wurde die magische Macht schon seit Urzeiten zugemutet. Dafür zeugt auch ein Lehrspruch: „Was das Wort nicht ausgeheilt hat, heilt das Feuer. Was das Feuer nicht ausheilt, heilt das Eisen. Was das Eisen nicht verheilt, verheilen die Wässer. Und was die Wässer nicht ausheilen, das muß man für etwas Unheilbares halten.“

Der Leser wird möglicherweise umsonst ein einheitliches Geschehnis im Buch suchen. Das Buch ist vor allem eine perfekte Urkunde der ganzen Geschichte über alles, was mit den Spitälern, Hospizen und Kuranlagen vom Mittelalter fast bis zu der Gegenwart zusammenhängt. Dieses Buch darf in keiner Bibliothek in Karlsbad fehlen und auch in keiner Fachschule, deren Studenten gerade für Kur- oder ähnlichen Betriebe zu arbeiten planen. Das Buch ist aber in einer so lebhaften Form geschrieben, es ist so interessant fachmänisch und auch menschlich verfaßt, daß es bestimmt auch alle wissbegierigen Leser so empfinden werden.

Das Buch wird in 3 Hauptteile untergeteilt:
I. Spitäler vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert
II. Kuranlagen des 19. Jahrhunderts
III. Krankenhäuser des 20. Jahrhunderts

Es wird aber nicht nur auf die Fachfragen – der medizinischen oder balneologischen -, eingegangen, es vergisst auch nicht, bekannte historische Persönlichkeiten zu erwähnen: adlige oder kirchliche Patrone und Donatoren und Spender (heute würden wir sie Sponsoren nennen), auch bedeutende Kurgäste, Ärzte und andere Bedienstete. Und je jünger die beschriebene historische Epoche ist, desto mehr Dokumente gibt es. Besonders die Geschichte des 20. Jahrhunderts wird reichlich beurkundet mit den Berichten und Photos von den Erlebnissen in den Krankenhäusern und es verzeichnet auch alle politischen und organisatorischen Veränderungen, so häufige in diesem Jahrhundert. Es werden auch die zerhauenen Fensterscheiben in einem Saal erwähnt, die sich die tschechische Minderheit am Anfang des Jahrhunderts „geleistet“ hatten beim Organisieren eines Konzerts mit tschechischer Musik; die Situation während der beiden Weltkriege und der Zwischenkriegszeit, es beschreibt die Nachkriegssituation samt Vertreibung, die auch die deutschen medizinischen Mitarbeiter betroffen hat, sowie auch die Zeit der späteren politischen Vorgänge.

Von 292 Seiten sind 227 Seiten Texts und Bilder. Den Rest – 65 Seiten – bilden das sehr ausführliche Inhaltsverzeichnis, die Register, das Vokabular, der Notizenapparat und das Bilderverzeichnis. Es sind insgesamt 84 Abbildungen – von historischen Zeichnungen und Abdrucken der alten Dokumente bis hin zu Fotografien, wobei die letzte vom Jahr 1988 datiert. Die große Menge der Fotos stammen aus dem Archiv, dem Museum und der Bibliothek von Karlsbad, es gibt aber auch ganz einzigartige Aufnahmen aus privaten Sammlungen.

Und was sagten zu ihrem Buch die Autoren selbst? Daß sie nicht von berühmten Medizinern schreiben wollten, welche Karlsbad berühmt gemacht hatten. Von ihnen hat man genug geschrieben, manchen hat die Stadt sogar Denkmäler gebaut. Deswegen werden sie nur kurz erwähnt. Es soll vor allem ein Buch von Armut und Opfermut der einfachen Wohltäter sein, welche sich für die Kranken schrankenlos geopfert haben, ob in den Vorzeiten oder in der jüngeren Vergangenheit.
Das Buch entstand mit der Unterstützung der Stadt Karlovy Vary und manchen der hiesigen Anstalten.

11. 2. 2006


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